Deutschlands und Chinas nationale Kulturen

Chinas nationale Kultur: Hoher Kollektivismus mit einer langfristigen Orientierung

China ist mit einer Einwohnerzahl von 1.339 Millionen das bevölkerungsdichteste Land der Erde. Das durchschnittlich in den letzten Jahren stetig steigende Wirtschaftswachstum verzeichnet ein BIP pro Kopf von 5.414 USD. China wird jedoch mit einem HDI von 0,68 den Ländern mittleren Entwicklungsstandes zugeordnet. Insbesondere die Elektronikbranche, der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft sind treibende Wirtschaftskräfte des Exportweltmeisters, sowie auch die Textilindustrie und chemische Erzeugnisse. Wichtigste Handelspartner sind die USA und die EU. Unternehmen wie beispielsweise Sinopec, State Grid und China Mobile gehören zu den Größten Unternehmen des Landes.

Einordnung nach Hofstede1

China ist ein Land mit einer sehr ausgeprägten Machtdistanz (80 Punkte auf einer Skala von 0-100), was bedeutet, dass ein Bestehen von Ungleichheiten in der Kultur auf Akzeptanz stößt.  Autoritäres Verhalten, respektvoller Umgang und das Einkommen von Rang höheren Personen differenzieren sich deutlich heraus. Deutschland hingegen hat eine geringe Ausprägung der Machtdistanzen (35 Punkte auf einer Skala von 0-100).

Anders als die deutsche Kultur, ist die Volksrepublik China eine kollektivistisch geprägte Nation (20 Punkte auf einer Skala von 0-100; im Vergleich Deutschland  67 Punkte auf einer Skala von 0-100). Das Gruppeninteresse ist von höherer  Bedeutung als individuelle Interessen und Ziele. Harmonie und Kooperation herrschen innerhalb der Gruppe, wobei man sich jedoch von Personen außerhalb der Gruppe deutlich abgrenzen möchte. Gruppenzugehörigkeit im Unternehmen ermöglicht Chancen die für die sogenannte „out –groups“ kaum erreichbar sind, wie beispielsweise eine Beförderung im Job.

Deutschland und China halten beide weitgehend an der traditionellen Rollenverteilung im Job fest und sind nach Hofstede als maskuline Kulturen einzuordnen (beide 66 Punkte). Leistungsstreben, Fleiß sowie auch Erfolg im Job sind in China von höchster Priorität. Freizeit ist in der Gesellschaft von nachrangiger Bedeutung und auch das Familienleben wird oft dem Job nachgestellt. Älter Menschen genießen in China, anders als in westlichen Nationen, mehr Respekt als Jüngere.

Unsicherheitsvermeidung ist in der chinesischen Kultur von nachrangiger Bedeutung(30 Punkte auf einer Skala von 0-100). Eine unternehmerische Denkweise und eine flexible Anpassung von Regeln an die jeweilige Situation sind typische Wesenszüge der Kultur. Häufige Änderungen in Geschäftsprozessen werden akzeptiert und die Bedeutung einer langfristigen Entwicklung ist von Wichtigkeit. Für viele Westeuropäer führt insbesondere die Ambiguität der chinesischen Sprache in Geschäftsmeetings häufig zu Verwirrung, da die Bedeutung und Meinung der Chinesen hier meist nicht klar hervorgeht.

Eine langfristige Orientierung ist für die Chinesen von immenser Bedeutung (118 Punkte; dieser Punktwert wurde von Hofstede später zur Skala hinzugefügt).Traditionelle Werte werden in der Kultur langfristig getrieben, was auf die konfuzianische Lehre zurück zu führen ist. Ausdauer und Beharrlichkeit sind charakteristische Merkmale der Kultur. Werte sind jedoch nicht unabdingbar fix und starr, sondern vielmehr kann auch eine Adaption der Werte an neue Gegebenheiten stattfinden. Investitionen werden in China gerne in langfristigen Projekten getätigt. Anders als in China, ist in Deutschland (31 Punkte) eine kurzfristig orientierte Kultur vorzufinden.

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